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24.04.2020

Gedanken und Impulse zum 3. Ostersonntag | 26. April 2020

Das ist schon eine eigenartige Situation. Da haben die Jünger Jesu nach der schweren Zeit des Leidens und Sterbens Jesu erfahren, dass er auferstanden ist. Schon zweimal durften sie ihn als den Lebenden erfahren, ihm begegnen. Sie waren voll staunender unglaublicher Freude. Doch was nun?

Sie sind zusammen und wissen nicht recht, wie es weitergehen wird.

Ja, vorher > da waren sie mit Jesus unterwegs, hörten seine frohmachende Botschaft, erlebten seine Güte und Liebe zu allen Menschen. Es war spannend und doch auch schon „normal“.
Und jetzt > Sie sind als seine Jünger zusammen. Wenigstens das! Doch was tun? Wie geht es jetzt weiter? Einfach weitermachen wie vorher? Das gibt es nicht mehr. Was macht jetzt Sinn?


Im Johannes-Evangelium lesen wir:
„Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von den Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.  Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.“

Petrus, als ihr Sprecher hatte es gut gemeint, doch das mit dem Schritt zurück in den Alltag „vor Jesus“ hat es auch nicht gebracht. Und nun steht da dieser Fremde am Ufer und fragt, ob wir etwas zu essen haben. Ahnt er, dass wir hungrig sind? Unser Hunger ist umfassend: Hunger nach Leben, Lebenskraft, Lebensfreude, Lebenssinn… Doch was macht nach der langen, arbeitsreichen und doch erfolglosen Nacht jetzt Sinn?

„Er sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht mehr weit vom Ufer entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.“ (Joh 21,1-14)

Und wieder ist alles anders. Auf Jesu Wort hin (und nicht wegen unruhigem Tatendrang) das Netz auf der rechten (richtigen) Seite auswerfen, bringt Erfolg. Jesus hatte sie immer im Auge und im Herzen. Er musste sie ihre wahre Bedürftigkeit erkennen lassen, um sie für die „neue Normalität“ vorbereiten zu können. Nach und nach werden sie Jesus im Mahl und in der neuen Wirklichkeit und Gegenwart immer tiefer erfahren. Durch ihn und mit ihm und in ihm wachsen sie hinein in die neue, spannende und erfüllende Lebensweise. Sie lernen nach seinem Auftrag zu fragen und voll Liebe und Überzeugung tatkräftig zu handeln. Dies wird ihre neue Normalität.

Und wir? Wie geht es uns mit dem unsichtbar erfahrbaren Jesus in dieser Zeit? Welche Antworten finden wir? Werden wir nach der Zeit der Corona-Pandemie in den „alten Alltag“ zurück wollen oder lernen wir durch Jesus und mit ihm und in ihm die neue, spannende und erfüllende Lebensweise. Wird sie menschlich, gesellschaftlich und kirchlich zur neuen Normalität? Wir haben die Chance. Nehmen wir sie dankbar an.

Hildegard Metschl
Gemeindereferentin


Den Text können Sie als pdf-Datei herunterladen:

 

 

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